telefonierendu noch nie jemanden gedrängelt,
> warst gestresst (nach der Arbeit) und unkonzentriert,
> hast noch nie in letzter Minute eine Vollbremsung
> gemacht bzw. eine Situation falsch eingeschätzt?
Liegt vielleicht aber auch daran, dass ich mich jedesmal wenn ich ein
gelbes Ortsschild sehe erinnere, wie vor 4 Jahren der kleine Kerl mit
dem Fahrrad direkt vor meiner Motorhaube auf die Straße geflitzt ist,
und ich nur deshalb _vor_ ihm anhalten konnte, weil ich mich den
drängelnden Arschlöchern zum Trotz ans Tempolimit gehalten habe.
Der Kleine war vielleicht 7 oder 8. Er hat sich zum Glück bloß
erschreckt (und sich von seiner Mutter ‘ne dicke Tracht Prügel
gefangen). Aber ich hatte wirklich nicht mehr als eine Hand breit
Platz zwischen der Stoßstange und dem Kind.
Ich habe mich seitdem an alle Tempolimits gehalten, und schaue an
jeder unübersichtlichen Stelle erstmal, ob mir nicht ein Kind vors
Auto rennen will.
> > Lappen dauerhaft wegnehmen, ist eine gute Alternative. Ich würde die
> > Grenzwerte dafür auch geringer ansetzen als bisher.
>
> Nein ist es nicht.
> Für einige hängt der Job daran, […]
>
Doch, ist es definitiv.
Es geht dabei ja nicht um “ein paar mal Situation falsch
einschätzen”. Wer sich an die Verkehrsregeln hält, und an
unübersichtlichen Stellen vorsichtig und rücksichtsvoll fährt hat
kein Problem. Und jeder, der Auto fährt hat die Pflicht, die
Verkehrsregeln zu kennen und zu befolgen. Das geht nicht um sture
Regelidiotie, es geht darum, dass man für das Leben der anderen
verantwortlich ist.
Und ich behaupte man kann sich beim Autofahren an die Verkehrsregeln
halten. Auch wenn Tempo 50 auf einer gut ausgebauten Dorfstaße nervt.
Auch wenn man in einer Spielstraße im ersten Gang vor sich hin rollt,
und dabei von Vierjährigen auf Bobbycars überholt wird.
Es geht mir um Leute, die andere gefährden. Wenn dein Vater viel
fährt, dann frag ihn doch mal, was da für Menschen unterwegs sind.
Wieviele Deppen mit Tempo 200 auf der Standspur am Stau vorbeirasen.
Wieviele Wahnsinnige ihn zu Vollbremsungen und Ausweichmanövern
gezwungen haben. Wie oft er schon zusammengezuckt ist, weil er dachte
“Gleich gabelt der Idiot den Fußgänger auf!”. Wie oft er schon
gefährlich gedrängelt wurde. Und wie viele Deppen ihn auf kurvigen,
unübersichtlichen Landstraßen überholt haben.
Frag ihn wie oft er schon befürchtet hat, dass ihm die Ladung des
Wagens vor ihm in seine Windschutzscheibe fällt. Wie viele
Falschfahrer ihm schon entgegengekommen sind, weil sie eine
“Mutprobe” veranstalteten. Und wieviele Leichentücher er schon am
Ende eines Staus auf den Autobahnen gesehen hat.
Frag ihn mal. Er wäre vielleicht froh drüber, wenn _die_ eben nicht
auf den Straßen unterwegs wären. Die gefährden nämlich auch sein
Leben.
> Führerschein oder nicht ist für sehr viele Menschen eine
> Existenzfrage und entsprechend sensibel muss auch eine
> Strafe abgewogen werden.
>
Jeder Mensch, für den der Lappen besonders wichtig ist, weiß das
vorher. Er kann sich darauf einstellen, und die verdammten Regeln
beachten.
Wenn man etwas für besonders wertvoll hält, dann achtet man halt
darauf. Es gibt Menschen, die ihren Führerschein für besonders
wertvoll halten. Es gibt Menschen, die das Leben anderer Menschen für
besonders wertvoll halten. Es gibt auch Menschen, die ihr eigenes
Leben für besonders wertvoll halten.
Und es gibt Menschen, denen alles scheißegal ist, und die sich selbst
und andere fahrlässig oder gar absichtlich in Lebensgefahr bringen.
Und genau diese Leuten sollte man nicht Auto fahren lassen.
Gruß
Schaf