Archive for Mai 28th, 2008

Re: Bitte ja! - Mit dem Armband telefonieren

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telefonieren Disziplin kann man sich selbst daran gewöhnen
Natürlich. Aber die Masse der Bevölkerung ist niemals so
diszipliniert. Beim Aus-der-Wohnung-Gehen denken die “Ich besuche
jetzt meine Freundin” und nicht “Ich muss die Handys umschalten.” Ein
sehr großer Teil weiß auch gar nicht, was ein SIM macht und/oder hat
es noch nie gesehen. Viele denken doch ähnlich wie der Hinterwäldler,
der im Urlaub erstmals im Leben einen Warmwasserhahn sieht und den
abschraubt und mitnimmt, damit er zuhause auch Warmwasser hat. Und
genau das ist der Punkt: Was die Leute nicht verstehen, daran denken
sie auch nicht immer.
> Du ziehst Dir ja auch nicht ihre Klamotten an, nur weil die
> gerade da rumliegen
Ein Handy ist für viele Leute weitaus unpersönlicher als Kleidung.
Ich würde es eher mit einem Familienauto oder einem TV-Gerät
vergleichen.
> Das klingt mir doch jetzt sehr konstruiert! Wenn Du kein Zweithandy
> hättest, müßte sie im Falle eines leeren Akkus auch sehen, wo sie
> bleibt…
Wenn nur ein benutzbares Handy greifbar ist, dann spielt es keine
Rolle, warum das auf dem Tisch liegt.
> Das hat nichts mit Technik-Freak-Sein zu tun! Für die beschriebene
> Situation funktioniert das einwandfrei. Wenn man nicht in der Lage
> ist, die Besitzverhältnisse in einer Beziehung zu definieren
Viele wollen das gar nicht definieren (die Alt-68er sind immer noch
unter uns ). Und: Du hast keine Kinder im Teenager-Alter, richtig?
Wenn die kein eigenes Handy haben und die Katze aus dem Haus ist,
dann tanzen die Mäuse auf dem Tisch.
Ich habe ja verstanden und glaube es dir auch, dass das bei dir
funktionieren könnte. Bei mir könnte es auch funktionieren (Aber nur
90%ig: Ich muss zum Beispiel, wenn ich rausgehe, immer einen Knopf am
Telefon drücken, aber ein- oder zweimal pro Monat vergesse ich das
auch.). Aber IMHO funktioniert das für die breite Bevölkerung nicht.
Eine praktikable Lösung wäre es, wenn man beide Handys auch
gleichzeitig eingebucht lassen könnte (gleichzeitig telefonieren zu
können, wäre nicht unbedingt nötig). Nur: Das machen die
Netzbetreiber - abgesehen von den technischen und abrechnungsmäßigen
Problemen (Roaming, SMS-Empfang, Location Based Services, …) aber
ganz sicher nicht bei Tarifen mit Grundgebühr.
> unabhängig von der technischen Affinität eine(s/r) Einzelnen
Ich sag es mal so: Ein Klempner vergisst nie, den Wasserhahn
abzustellen, ein Tischler hat keine Möbel mit abgeblättertem Furnier,
ein Elektroniker weiß, was Standby-Stromverbrauch ist, und einem
Automechaniker passiert es nie, dass die Batterie im Winter versagt.
An die jeweils anderen Bereiche denken die aber selten oder nie und
verhalöten sich deshalb auch nicht “diszipliniert” (wie du es
nennst).
Rolf Keller