Es gab mal einen Untersuchung, wieso soviele Menschen eigentlich beim
Telefonieren nebenbei irgendwo planlos rumkritzeln.
Das Ergebnis war sehr einleuchtend. Wir als Menschen sind darauf
programiert, das Gespräche durch Gestik und Mimik ergänzt werden.
Telefonieren wir aber, so passieren zwei Dinge:
Erstens sind wir meistens in einer Situation, in der wir selber keine
Gestik anwenden können.
Zweitens fühlt sich unser Gehirn davon irritiert, das es keine
visulle Zusatzinformation darüber gibt, mit welche Gestik und Mimik
der Gesprächspartner das Gespräch untermalt.
Die Nichtnotwendigkeit eigener Gestik und die fehlende Information
wird in unserem Gehirn teilweise ergänzt, teilweise abgeleitet und in
der Fantasie visualisiert und durch das Rumgekritzel als
Übersprungshandlung kompensiert.
Wenn wir nun telefonieren und Auto fahren nehmen diese Ersatzprozesse
soviel von unserer Aufmerksamkeit in Anspruch, das unser Gehirn
visuelle Informationen teilweise überhaupt nicht mehr verarbeitet,
wir verlierrn sozusagen das Sehbewusstsein. Das hat nichts mit dem
Inhalt des Gespräches zu tun, sondern damit, das ein essentieller
Bestandteil des Gesprächs fehlt.
Wenn wir nun irgendwelche Irritationen am Strassenrand sehen, so
sehen wir immer noch und unser Gehirn ist durchaus in der Lage,
relevante visuelle Informationen vorrangig zu behandeln. (Zum
Beispiel rote Lichter jedweder Art).
Aber wenn wir telefonieren, kommen die visuellen Infos gar nicht mehr
da an, wo relevantes von irrelevantem getrennt wird.
Die Tatsache, das wir ein Gespräch mit einer abwesenden Person führen
ist das, was telefonieren beim Auto fahren zu einem extremen
Sicherheitsrisiko macht. Wer das nicht glaubt, muss nur mal einen
Selbstversuch starten. Einfach mal versuchen, einen Text zu tippen,
während er sich mit jemandem unterhält der neben ihm steht. Das geht.
Aber versucht mal, gleichzeitig was zu schreiben, was Sinn macht und
zu telefonieren…